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Ref. Ares(2017)5443537 - 08/11/2017
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Subject: 
RE: 171108 VCI: Diskussionen zur harmonisierten Einstufung von Titandioxid - 
VCI-Positionen 
 
Vielen Dank für Ihre Nachricht – ich stehe gerne für ein Telefonat zur Verfügung. Wünschen Sie, dass wir 
die Präsentation auf unserer Circa-Plattform, die zum Austausch von Documenten mit den CARACAL 
Mitgliedern/Beobachtern dient, aufladen? 
Mit freundlichen Grüßen 
 
 
 
  
  
 
 
European Commission  
DG for Internal Market, Industry, Entrepreneurship and SMEs 
Unit D.2 Chemicals 
  
 
  
ec.europa.eu  
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reflect the official opinion or constitute a formal commitment of the European Commission. 
 
 
 
 
 
 
From: 
@VCI.de]  
Sent: Wednesday, November 08, 2017 11:23 AM 
To: 
 (GROW) 
Cc: 
 

Subject: 171108 VCI: Diskussionen zur harmonisierten Einstufung von Titandioxid - VCI-
Positionen 
 
Sehr geehrter 

 
in der 25. Sitzung des CARACAL am 16. November 2017 ist geplant über die Opinion 
des RAC, Titandioxid im Rahmen der CLP-Verordnung als Stoff mit Verdacht auf 
krebserzeugende Wirkung einzustufen, zu diskutieren. 
 
Wir möchten unsere große Besorgnis darüber zum Ausdruck zu bringen, das mit dem 
Einstufungsvorschlag der Versuch unternommen wird einen Einzelstoff auf der Basis von 
stoffunspezifischen, allgemeinen Partikeleffekten einzustufen. Bei einem solchen 
Vorgehen sehen wir erheblichen Bedenken, die gegen eine Einstufung sprechen. 
 
Der Anwendungsbereich der CLP-Verordnung ist auf „intrinsisch“ toxische Stoffe 
beschränkt. Das Committee for Risk Assessment (RAC) hat im Fall von Titandioxid eine 
solche intrinsische Toxizität „im klassischen Sinne“ (Seite 38, 40) verneint und seine 
Empfehlung stattdessen auf die Eigenschaft der PSLT-Stoffgruppe (Poorly Soluble Low 
Toxicity particles“ (PSLT)) und die damit verbundenen Partikeleffekte gestützt. Diese 
Begründung ist nochmals der Beleg, dass es sich um keine spezielle Eigenschaft von 
Titandioxid handelt, sondern um allgemeine Partikeleffekte die charakteristisch für die 
Gruppe der staubförmigen Stoffe sind. 
 
Weiterhin muss festgestellt werden, dass auch die vorhandenen wissenschaftlichen 
Daten aus unserer Sicht keine Einstufung rechtfertigen: Die Empfehlung des RAC stützt 
sich im Wesentlichen auf eine einzige, über 20 Jahre alte Tierversuchsstudie an Ratten, 
die – gemessen an heutigen Standards – nicht valide ist und aus diesen Gründen von 
der französischen Behörde ANSES als Ersteller des CLH-Dossiers in ihrem Vorschlag 
als nicht verwertbar eingestuft wurde. Ergebnisse aus „lung overload“-Studien an Ratten 
sind aus mehreren Gründen nicht auf den Menschen übertragbar (gepushter 
Hochdosiseffekt bei der Ratte als spezielle Spezies). Unzureichend berücksichtigt 
wurden vom RAC auch die vielen epidemiologischer Untersuchungen, die unter realen 
Bedingungen für den Menschen keinen Zusammenhang mit einer Krebsgefahr aufgrund 
von Titandioxid ergeben haben.  
 
Eine Einstufung im Rahmen der CLP-Verordnung würde überdies gegen den auch im 
Europäischen Recht verankerten Verhältnismäßigkeitsgrundsatz verstoßen, da sie weder 
geeignet, erforderlich noch angemessen wäre: In Deutschland wie auch in den meisten 
EU-Mitgliedstaaten existieren bereits Staubgrenzwerte für den Arbeitsplatz, um 
allgemeingültige Partikeleffekte zu regulieren. 
 
Die Kennzeichnung vieler Verbraucherprodukte mit dem Hinweis „Kann vermutlich Krebs 
erzeugen“ würde zu einer erheblichen Verunsicherung und Kaufzurückhaltung bei 
Verbrauchern führen.  
Hinzu kommt, dass viele europäische wie auch nationale Regelungen mit der Einstufung 
im Rahmen der CLP-Verordnung verknüpft sind: So müssen beispielsweise nach der 
EU-Abfallrahmen-Richtlinie Abfälle, die 1% oder mehr krebserzeugende Substanzen 
(Kategorie 2) enthalten, als „gefährlicher Abfall“ eingestuft und gesondert entsorgt 
werden. Dies beträfe eine Vielzahl von Abfallströmen, beispielsweise Kunststoffabfälle, 
Bauabfälle wie Altfenster, Tapeten- und Farbreste, hochwertige Papiere, Möbel und 
Keramik. Das Recycling oder die energetische Verwertung dieser Abfälle würde quasi 
unmöglich gemacht, weil die vorhandenen Anlagen nicht über die entsprechende 

immissionsschutzrechtliche Genehmigungen zur Behandlung gefährlicher Abfälle 
verfügen. Auch Spielzeuge, die Titandioxid enthalten, wären nach der EU-Richtlinie für 
Spielzeugsicherheit verboten. Betroffen davon wären beispielsweise beschichtete 
Holzspielzeuge, Kunststoffspielzeuge und Malkästen. 
 
Auch gesundheitspolitisch bringt der Vorschlag nur Nachteile, weil zukünftig auf noch viel 
mehr Verbraucherprodukten das Gefahrensymbol und der Hinweis „Kann vermutlich 
Krebs erzeugen“ aufgedruckt wäre. Hier droht eine Überkennzeichnung und in deren 
Folge eine Abstumpfung beim Verbraucher, wodurch das gesamten CLP-System 
gefährdet würde. 
 
Anbei übersenden wir Ihnen die Zusammenstellung unserer Positionen und Argumente 
auf Deutsch und Englisch in Form einer Präsentation. 
 
Der Einstufungsvorschlag und die Empfehlung des RAC haben bereits zu erheblicher 
Verunsicherung in den betroffenen Industriebranchen und deren Abnehmern geführt. Wir 
sind Ihnen dankbar, wenn die aufgeworfenen Fragen innerhalb der EU-Kommission 
ausführlich diskutiert und rechtlich bewertet werden. Gern stehen wir Ihnen für einen 
weiteren Austausch und ein Gespräch zur Verfügung. 
 
Gerne möchte ich mich auch nochmals telefonisch dazu austauschen und werde 
versuchen Sie Morgen zu erreichen. 
 
Freundliche Grüße 
 
 
VERBAND DER CHEMISCHEN INDUSTRIE e.V. 
Wissenschaft, Technik und Umwelt 
Bereich Produktsicherheit 
Mainzer Landstraße 55 
60329 Frankfurt  
 
 
 
vci.de 
 
Internet: www.vci.de und www.chemiehoch3.de 
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